Lebenspartner

 

 

 

Mizzi DELORM war bereits vor 1920 eine beliebte Soubrette am “Joh.-Strauss-Theater” Wien + am Raimundtheater Wien sang sie 1917 neben der berühmten Mizzi GÜNTHER zusammen in “der Fledermaus” die Rolle der Lori.  1918 drehte sie ihren ersten und einzigen Stumm-Film (Mit dem Schicksal versöhnt) in der Rolle der Tochter neben Victor FLEMMING (als Student). Dann, Anfang der 20er wurde sie wie auch Walter JANKUHN Mitglied im Ensemble der “Vienna Operetta Comp.” (+ The Minnesingers), welche als erste nach dem 1. Weltkrieg wieder mit Deutschem Liedgut in Übersee, d.h. Nord-/Südamerika gastierte. Auf der Schiffspassage von London nach New York lernten sich die beiden Künstler erstmals kennen. “Walter JANKUHN” kam damals vom Staatstheater Hannover. Er war einer der Wegbereiter der “Vienna Operetta Comp.” und leitete auch nach Umbenennung in:”The Minnesingers” das Ensemble. Bald war’s  für die Mitglieder der Theatergruppe keine Überraschung mehr, dass die beiden sich näher kamen und sich spontan entschlossen, zu heiraten. Die “Deutsche La Plata Zeitung” der Deutschen Einwanderer” in Montevideo /Uruguay kommentierte das Ereignis dann am 12. 07. 1921 wie folgt:

im Gesellschafts-Teil:

  • Eine interessante Nachricht wird aus Montevideo gemeldet: zwei gefeierte Mitglieder der Deutschen Theatergesellschaft, “Mizzi Delorm” und “Walter Jankuhn”, haben am Samstag den Bund fürs Leben geschlossen. ……..Damit hat ein Liebesroman seinen harmonischen Abschluss gefunden. “Mizzi Delorm” und “Walter Jankuhn” lernten sich eigentlich erst auf dem Schiff richtig kennen, das sie beide als Mitglieder des  ersten Nachkriegs-Ensembles (nach dem 1. Weltkrieg) nach Südamerika brachte. Sie lernten sich kennen und alsbald auch lieben: auf dem Schiff ist ja so eine schöne Gelegenheit, zarte Liebesfäden einzufädeln, und zum Schluss: “Künstler sind auch nur Menschen”.  Als die Gesellschaft in –Buenos Aires- gastierte, da ließ sich schon erahnen, dass die beiden mehr als Kollegenfreundschaft verband, denn Sie waren auch außerhalb der Bühne unzertrennlich. Unwillkürlich erinnern wir uns an das DREIMÄDERLHAUS: “Mizzi Delorm” als “Hannerl“, ihre entzückendste Rolle. “Walter Jankuhn” als “Baron Schober”. Wie unerforschlich ist doch das Schicksal, welches die beiden nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Leben zusammenbrachte! Heute verstehen wir auch wie wahrheitssinnig und treuherzig “Schober“> “Jankuhn” in seinem Liebeslied dem “HANNERL” versicherte:

“Dein ist mein Herz, Dein ist mein Herz, und soll es ewig, ewig bleiben” ………

 

……..Träume enden immer beim Aufwachen!

Der Nord- und Südamerika-Ausflug der deutschen Theatergruppe dauerte fast 5 Jahre und beinahe hätte es kein zurück mehr gegeben und alles wäre anders verlaufen. Es gab große finanzielle Verlockungen und Angebote in den USA – aber irgendwann war die Sehnsucht nach dem deutschen Kulturleben und der Heimat stärker. 1924 ging es nach kurzem Zwischenaufenthalt in London zurück nach Deutschland. Neuer + alter Lebens- und Auftrittsschwerpunkt für “Walter Jankuhn” war ab 1925 wieder Berlin, wo der neue Operetten-Produzent CHARELL mit großen Herausforderungen wartete. “Mizzi Delorm’s” Heimat, auch beruflich, war dagegen eher Österreich. Das hielt offenbar die romantischste Künstler-Ehe nicht ewig aus und löste sich nach ständigen Trennungen alsbald in “Wohlgefallen” auf.

Das entstandene Beziehungs-Vakuum führte in den 30iger Jahren zu der öffentlich verschwiegenen Liaison von “Walter JANKUHN” mit Hilde HILDEBRAND (singende Schauspielerin mit “Schnauze”), die zu jener Zeit sehr erfolgreich mit “Gustav Gründgens” arbeitete. Diese neue Beziehung wurde vor der Öffentlichkeit erfolgreich geheimgehalten – es ist nicht mal sicher, ob es einen Trauschein gab. Bekannt ist aber, dass die Liaison auch kontrovers und nicht ohne Auseinandersetzungen geführt wurde – dafür aber beruflich produktiv war. Obwohl uns keine gemeinsamen Auftritte bekannt sind.

Fakt bleibt jedenfalls, das über die Connection “HILDEBRAND > GRÜNDGENS” , der damals junge Schauspieler “Karl Heinz STROUX” der mit Intendant Gustav GRÜNDGENS  zusammen arbeitete, eine neue “eigene Chance” als Nachwuchs-Regisseur bekam und beim Theater Direktor “Walter JANKUHN” als Regisseur verpflichtet wurde. “Walter Jankuhn” hatte 1933 das plötzlich führungslose Theater am Nollendorfplatz zunächst gemeinsam mit einem Künstlerteam und anschließend als alleiniger Direktor übernommen. Er suchte dringend einen aussichtsreichen Mitarbeiter für die Sparte “Schauspiel/Regie”. Wie sich zeigte, war seine Wahl nicht nur für das Nollendorftheater künstlerisch die beste Wahl – sondern mit der Beginn/Aufbau einer langen erfolgreichen Karriere von K. H. STROUX, die sich nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik fortsetzte (u.a. als Intendant am Schauspielh. Düsseldorf).

Kollegiale Beziehungskisten klappen meistens, “Künstler-Ehen” auf Dauer dagegen selten! Jedenfalls tanzten JANKUHN + HILDEBRAND ausgiebig auf verschiedenen Bühnen. “Die Hildebrand” war ja bekannt für ihren ironisch subtilen Klartext, auch in vielen Filmrollen und Chansons (“Spiel mit mir blinde Kuh”, “Beim 1. mal tut’s noch weh” oder im Duett mit GRÜNDGENS : “Oh Gott, wie sind wir vornehm”). Walter JANKUHN dagegen war nicht nur in Berlin, sondern überall im Reich auf Tournee – also selten greifbar. Trotz tempara-mentvoller Tiraden hat man sich schließlich genauso lautlos wie man sich gefunden hatte – nach enigen Jahren (ohne Öffentlichkeit) wieder getrennt. Im Film “Die englische Heirat” (1934) singt Hilde HILDEBRAND typisch: “Liebe ist ein Geheimnis ” – wie im wirklichen Leben mit Walter JANKUHN – kann man da nur sagen, schließlich hat sie nie mehr geheiratet.

 

“Tutti” Ahrens (> Karin Jankuhn)

Das war aber nicht die letze Partnerschaft von “Walter JANKUHN”. Seine nächste und letzte eingegangene Ehe, mit der damals erheblich jüngeren Berliner Tänzerin “Tutti AHRENS” (aus einem Hamburger Architektur-Haushalt) – dauerte bis zu seinem Tod an. Aus dieser langjährigen Ehe stammt auch der einzige gemeinsame Sohn “Walter Jankuhn, jun.” (siehe > Familie). Trotzdem war das kein Grund für die neue Frau Jankuhn etwa an den Herd zurückzukehren – auch ihre Tanzkarriere ging noch bis in die 50iger Jahre weiter. (> Kapitel Familie)

Einer der vielen Hochzeits-Gratulanten war damals der Berliner Komponist “Paul LINCKE” – da war das junge Glück aber bereits auf der Flucht ins idyllische Bergland von Innsbruck- wo 1939 die Hochzeit stattfand.




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