Frau Luna /36

 

Mit FRAU LUNA wurde die typisch Berliner Operette geboren. (Uraufführung 1899 im Apollo, Berlin). Die Hauptschlager waren die bekannte Berliner Luft und Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe. Das oben abgebildete Grußwort stammt allerdings “nicht” aus dem Munde des Komponisten PAUL LINCKE, sondern ist ein Zitat aus dem Programmheft des “Mellini Theaters Hannover”!
1936 hatte die Operette durch die Machtergreifung der Nazis viele bekannte jüdische Künstler Größen verloren (CHARELLs Operetten Diva Fritzi Massary verließ bereits 1932 Berlin in Richtung USA, wie CHARELL dann auch und die nichtarischen Komponisten “Abraham, Benatzky, Kalman, Gilbert” und …).

W. Jankuhn (Prinz Sternschnuppe)

W. Jankuhn (Prinz Sternschnuppe)

Die populäre Operette sollte aber weiter möglichst noch größer und toller im Sinne “deutscher Tugenden” für die  Volksgesundheit alle Register  ziehen. Wobei die NAZIS bereits versuchten mittels ihrer neuen Kulturpolitik “Kraft durch Freude” Einfluss auf die Programmgestaltung zu nehmen und die ehemals privaten Theater zu verstaatlichen bzw. zu kontrollieren suchten. Ein schwieriges Unterfangen mit “Künstlern”, welche das NS-Regime erstmal nicht ernst nahmen – aber dringend für`s Theaterspielen gebraucht wurden! Man kann die Kompositionen alter Meister – wie Kunst generell – eben nicht grenzenlos verbiegen – ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben?! Das haben natürlich auch viele Künstler gewußt und nach Möglichkeit genutzt! Manche mehr, andere weniger. Das NS-Regime wollte sich insbesondere wegen der OLYMPIADE 1936 nach Außen hin natürlich weltoffen und liberal präsentieren – was allerdings nicht lange anhielt.

 

So kam der 70. Geburtstag des typisch Berliner Komponisten
PAUL LINCKE” wie gerufen. Die Festvorstellung (in Anwesenheit der Ehrenmitglieder des Intern. Autoren-Kongress) am 29.9.1936 im Admiralspalast in glanzvoller Pemierenbesetzung mit der Lincke- Operette “FRAU LUNA”, war ein epochales Ereignis und jenseits jeder politischen Wertung ein “Bomben-Erfolg! Dieser wurde noch durch die persönliche Mitwirkung des Komponisten “PAUL LINCKE” der selbst dirigiert hat – geadelt! Mit von der Partie waren die aktuellsten Operettenstars mit Rang und Namen: also Kammersänger “WALTER JANKUHN” in der Rolle des Prinz Sternschnuppe und “FRIEDEL SCHUSTER” als “Frau Luna” sowie “Eric ODE”,  “Armin MÜNCH” , Robert DORSAY, Maria EISELT, Melitta KIEFER , Ewald WENCK etc. Die Spielleitung hatte Heinz LINGEN, der die ein Jahr zuvor am “Theater des Volkes” vorgestellte FRAU LUNA-Inszenierung  (noch ohne “Walter JANKUHN”, der Herrn Brausewetter ersetzen musste)  professionell überarbeitet und revuegerecht erneuert hat (u.a. mit den 24 ADMIRAL Girls).

F. Schuster / W. Jankuhn

Bei FRAU LUNA handelt es sich um die Geschichte des Mechanikers “Steppke”, der einen Ballon bastelt um zum Mond zu fliegen, wo die “Frau Luna” auf ihn wartet – in die aber schon “Prinz Sternschnuppe” verliebt ist …
1941 wurde die FRAU LUNA in einer kolportierten Fassung verfilmt, dabei wurde die Geschichte in die Silvesternacht des Jahres 1899 verlegt (Regie + Mitwirkung: “Theo Lingen” und “Lizzy Waldmüller” als FRAU LUNA) – hieraus die bekannte “Berliner Luft”. ein (youtube-Video) Link:

Fotos:
Walter Jankuhn als “Prinz Sternschnuppe” (oben rechts),  Friedel Schuster/Walter Jankuhn (oben links).  Werbepostkarte (unten).

 

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