Stürmisch die Nacht 30/31

“Stürmisch die Nacht” … ist der erste Tonfilm der TRIANON Film/Wien, den Walter Jankuhn 1930 (im Licht-Nadelton-Verfahren) mit produziert hat. Regie: “Curt BLACHNITZKY”. Die Hauptrollen spielten “Walter JANKUHN” himself und “Maria SOLVEG”. In der Anfangszeit des Tonfilms überschlug man sich förmlich mit Operetten und Musikfilmen. “JANKUHN” wollte es sich natürlich nicht nehmen lassen gleich selbst
mit einer eigenen Produktion technische, als auch künstlerische, aber auch finanzielle Erfahrungen
mit dem neuen Medium Tonfilm zu sammeln. Dabei half ihm der österr. Kutregisseur und Produzent “HANS OTTO” (LÖWENSTEIN) der die Produktions-leitung übernahm. Der Film wurde 1930  in Deutschland (Drehorte u.a. Hamburg + Cuxhaven) produziert und hatte am 5. April 1931 in Berlin Premiere. Österreichische Medien preisen den Film “Stürmisch die Nacht” allerdings als ihren bereits “1930” veröffentlichten ersten” österr. Tonfilm” (inkl. Sprache und Musik) , insbesondere weil  Herr LÖWENSTEIN und die TRIANON/Wien maßgeblich an der Entwicklung der Tonverfahren beteiligt waren (Selenophon-Verfahren). Vermutlich fand also bereits 1930 eine Vorführung in Wien statt bevor anschließend 1931 in Berlin die Premiere gefeiert wurde? Die TRIANON GmBH wurde übrigens in den 30ern von TOBIS übernommen.

Inhaltlich handelt es sich bei dem Tonfilm “Stürmisch die Nacht”, um eine Hamburger Seemanns-Geschichte mit einer Story bei der es auch um Leben und Tod geht, mit Schmugglern, übermütigen Seeleuten, Erpressung und Entführung, Tod des Vaters und eine spontane Liebe des Maklers Brandt (Walter JANKUHN) zu der zarten Maria (Maria SOLVEG). Trotz großer Verfehlungen und Verwerfungen hat der Film ein erlösendes Happy-End. Also keine inhaltsschwache Revue-Operette, sondern ein Film mit Handlung und pointiert gesetzten Seemanns-Liedern wie: “Du nur allein bist das Glück” und “Ich bin verliebt – verliebt in Dich” (Musik: Hans Arnold/Text Hanns Vietzke), sowie auch das Schwanklied: “Trink, Brüderlein, trink“-  gesungen vom Tenorist “Walter JANKUHN”.

Die Fotos zeigen zunächst die Filmcrew bei der Aufnahmearbeit (mit. W. Jankuhn und
M. Solveg) und danach eine Hafenszene bei Außenaufnahmen in Cuxhaven mit “Walter Jankuhn” links im Bild, danach W. Jankuhn + M. Solveg in einer Drehpause.

Drehpause: W. Jankuhn, Lill Sweet ++Der Film wurde damals vom Publikum wie alle neuen Tonfilme mit großer Erwartung und viel Enthusiasmus aufgenommen – Musikfilme waren ja noch “en vogue”! Die Produktionskosten waren durch Vorverträge in Mio-Höhe bereits vor Fertigstellung des Films gesichert. Dennoch, für einen inter-national durchschlagenden Erfolg wäre ein größeres Budget vor allem zur weiteren Verbreitung und Distribution der “Selenophon-Tontechnik” in Kino`s notwenig gewesen (internat. Standards fehlten noch) . Trotzdem eine reife Leistung und ein beachtlicher Erfolg engagierter Schauspieler und Ton-Filmer der ersten Stunde – den Pionieren! Das Selenophon-Tonfilm-Verfahren konnte sich allerdings nicht als Standard etablieren – ebensowenig wie die Technik des Herrn von Löwenstein. Heute würde man sagen ein Independent-Film, natürlich fern jeglicher staatl. finanzielle Förderung – im Gegensatz zu den vielen “Propaganda-Filmen” der Folgejahre im NS-Deutschland, die vom Regime finanziert wurden. Ab 1933 begann die Filmreichskammer eine Art Filmförderung (Kredit) mit Filmzensur einzuführen, was die Produktion erleichtern konnte, aber das Leben für unabhängige Filmemacher und auch den Filmexport stark einschränkte.

 

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