Aufstieg ab 1910 >

Urvater der typisch BERLINER Operette ist “Paul LINCKE” zu welchem auch “Walter JANKUHN” ein gutes persönliches Verhältnis pflegte – spätestens seit dem 70. Geburtstag des Komponisten und der Wiederaufführung seiner Operette Frau LUNA/1936 mit Walter JANKUHN als Prinz Sternschnuppe.                  . (das belegen auch die Hochzeitsgrüße mit Foto des Maestros für Frau “Karin Jankuhn + Gatte”.)

Noch länger und intensiver war natürlich die Gesangspartnerschaft mit der größten Operetten Diva aller Zeiten: “FRITZI MESSARY”! Ihren Lieblings-Tenor und regelmäßigen Gesangspartner “WALTER JANKUHN” in den CHARELL’s Revuen in den legendären Golden 20/30ern – wußte sie schon von gemeins. Auftritten ab 1912 zu schätzen.

Dabei fing alles ganz harmlos an. Nach sei-nem abgeschlossenem Studium als Pianist + für Gesang in Berlin,  folgte die Entdeckung der Stimme von Walter JANKUHN  bei Gele-genheitsauftritten (Jobs) in den einschlä-gigen Lokalen. 1910 folgten aber schon die ersten EDISON Ton-walzen Aufnahmen, Aus dieser Anfangszeit in Berlin und Hamburg stammen wohl auch die ersten  Eigenkompositionen von Walter JANKUHN am Piano und dem Arrangeur Carl OHNESORG vom dem bekannten Hamburger Familien-Theater “OHNESORG” mit Texten von Paul HARDEN.

Dann folgte 1911 die Operette: “Die schöne Risette” (Theater des Westens, Berlin) – und 1912 gab es die erste Begegnung mit der damals noch jungen Sängerin “Fritzy MASSARY” – bei Max MONTI in Berlin im “Neues Theater am Schiffbauerdamm“.  Dort feierte dann “Walter JANKUHN” selbst noch blutjung, gemeinsam mit der “MASSARY” in der Hauptrolle die Premiere der Operetten-Uraufführung ” Der liebe Augustin” (Die Schallplattenaufnahme: “Wo steht denn das geschrieben” erfolgte aber mit “W. Jankuhn + Mizzi Geissler”). .Jedenfalls haben damals weder die “MASSARY” noch “Walter JANKUHN” daran gedacht – später in den 20ern mit CHARELL in Berlin gemeinsam Welterfolge zu feiern! 1912 wurde “Walter JANKUHN” allerdings schon so populär, dass er gleich anschließend im “Neuen OperettenTheater Hamburg die Hauptrolle in “Was kost’ Hamburg” angeboten bekam (vergl. auch  Bühnenfoto der 10 Badenixen mit W. Jankuhn, als Hahn im Korb. (> Kapitel Provinz-Theater).

Hermine Bosetti

1915 wurde “Walter JANKUHN” dann als klassicher Tenor die Ehre zuteil am “Friedrich Wilhelmstädtischen Theater” Berlin, an der Seite der einzigartigen Opernsoubrette “Hermine BOSETTI” (unvergessliche Stimmen /K. J. Kutsch) v. d. “königl. Bayrischen Staatsoper” (+ Staatsoper Wien),  – die anspruchsvolle “Wolfgang Amadeus Mozart”-Operette: “Der Troubadour” zu singen – und “Giuseppe Verdi’s “Entführung aus dem Serail“.

Der Tenor JANKUHN war schon zu Beginn seiner Karriere ziemlich umtriebig und viel auf Gastspielreisen. Nach seinem Start in Berlin und Hamburg war er dann 4 Jahre in Hannover bei Mellini, wo er zum gefeierten Liebling heranwuchs. Nach dem 1. Weltkrieg und der Aufhebung der Zensur fühlten sich die Künstler und die Operette wie befreit. So entschloss sich JANKUHN dann 1920 , eine deutsch-österreichische Theatergruppe mit zu begründen (VIENNA Operetta Corp./the minnesingers) die in Übersee fast 5 Jahre (1920-24) auf Tournee durch USA Südamerika ging. Zurück über London begann dann nach verschiedenen Gastspielen in Deutschland die Große Zeit der CHARELL REVUEN am Großen Schauspielhaus und Metropol/Berlin, mit der inzwischen unangefochtenen Operetten DIVA “Fritzi Massary”. Zwischen 1925-30 war “Walter JANKUHN” 1. Tenor und mit der “MASSARY” fest bei CHARELL  engagiert (Gr.-Schauspielhaus, Berlin) .

Sein Wirken war aber weit umfangreicher und vielfältiger als obige Zusammenfassung Glauben macht! “Walter Jankuhn” war auf fast allen bekannten Bühnen in ganz Deutschland + Österreich (Hamburg, Hannover, Breslau, Nbg/Führt, Frankfurt, Magdeburg, Erfurt, Düsseldorf, Essen, Garmisch, Wien, Innsbruck etc.) zuhause und stand in vielen europäischen Städten mit der CARISE-Ballett-Revue (F, I, B. etc.) auf der Bühne. “Last not least” reiste er mit der Vienna Operetta Corp. durch ganz USA + Südamerika 1920-24. Genauso vielfältig wie die vielen Theater-Engagements + Ensembles war natürlich auch sein Rollen-Repertoire. Ein kaum fassbarer Aufwand, den man nur mit “Jankuhn’s” grenzenloser Motivation und Selbstausbeutung erklären kann.

Walter Jankuhn + CARISE-Revueballett

Allein im Jahre “1929 auf 30” ,,,,,, hat “Walter JANKUHN” neben seiner Dauerrolle (18 Monate) beim Welterfolg “Im Weissen Rössl” , – drei Film- Premieren gefeiert (1. Dich hab ich geliebt/2. Stürmisch die Nacht/3. Marquise von Pompadour) – und eine davon mit produziert! Dazu kam in Wien die Welt-Uraufführung des “Veilchen von Montmartre” – und zu allem Überfluss noch Gastspiele, in  Berlin + Breslau mit dem “Bettelstudent” + “Polnische Wirtschaft” etc.?? ”

Im Laufe seiner Karriere als “KAMMERSÄNGER” kamen sporadisch Aufgaben als Theater-Direktor/Intendant/Regisseur (Berlin-Nollendorf/Innsbruck Landesth., IRVING Place, NY. USA etc.) dazwischen oder auch Filmrollen zunächst beim Stummfilm + dann beim Tonfilm 1929-1934. Und natürlich  Schallplatten-Produktionen! Siehe dazu Kapitel > KARRIERE (Zeittafel).

Auch die Nachfrage als Werbeträger war ein Zeichen seines Aufstiegs zur Prominenz. 1930 war Marken-  WERBUNG mit  bekannten Künstlern als “Testimonial” schon geübte Praxis und ein lukrativer und karriereför-dernder Nebenverdienst. TV-Werbung war ja noch nicht erfunden! In  einer Anzeigen Kampagne (linke Abb.) fragt der Hersteller in einem Bildrätsel: – aus welchem Film die Szene mit “Walter Jankuhn” stammt? – Die richtige Antwort wäre gewesen:

”Dich hab ich geliebt”

 

… beispeilhaft auch die MOSSE  © (Tuxedo) Werbung oder die “Sammelbilder” von Club 3 1/2  © (Kaffee) für die der Markenher-steller ein großes Buch zum Einkleben der diversen Bilder zum Kauf anbot. (> siehe unten) :


 

 

Rück/Vor-
ansicht

 

 

 

 

Das Berliner Nightlife gestaltete sich von Anfang der 20er bis Ende der 30er derweil immer bunter – wie uns dieser Ausschnitt vermittelt (youtube) :

 

 

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