Herkunft

Geboren ist Kammersänger “WALTER JANKUHN” noch im Königreich Preußen, bei Königsberg, d. h. im Vorort: Braunsberg – am 17. Juli 1888. Der kleine Ort (poln. “BRANIEWO”)  liegt idyllisch am frischen Haff – bei Frauenburg (Foto) im Freizeit-paradies Ostsee, heute 6 km v.d. Grenze zu Russland.

W. Jankuhn (+ Bär) Brüder Karl + Otto

Walter Jankuhn’s Eltern: “Marie und Eduard”, von Beruf “Kürschner“, hatten eine Tochter und drei Söhne. Alle drei Brüder: Otto, Karl und “Walter” begründeten  in Berlin ihren Lebensmittelpunkt mit Familie und eigenem Nachwuchs. Der Bruder Karl (Herrrenausstatter) verstarb früh. Seine Tochter Lotte (auch Berlinerin) war selbst musikalisch aktiv (Pianistin) und heiratete in die musikaffine Familie Pogorzelski ein – daraus entwickelte sich eine sehr enge Beziehung von Walter Jankuhn zu seiner Nichte “Lotte”.

Aufgrund ihrer musikalischen Profession verband beide Familien (und deren Kinder”Heiner “Pogorzelski” und “Walter, jun.”) eine enge Verwandtschaftsbeziehung die auch weiter anhielt, nachdem Walter Jankuhn 1953 und auch Lotte Pogorzelski verstorben waren. Ein Jahr nach dem Tod von Walter Jankuhn, verließ seine Witwe Frau Jankuhn mit Sohn Walter (jun) Berlin endgültig, dazu schrieb seine Nichte “Lotte” folgende Widmung:

Walter Jankuhn’s Bruder Otto verstarb 1948 und führte eine sog. Mischehe mit Emma, die jüdischer Abstammung war und deren gemeinsamer Sohn “Alfred”,  wurde ein angesehener Rechtsanwalt in Berlin. Während der NS-Zeit allerdings, war die Familie “Otto + Alfred Jankuhn inklusiv ihren 3 Kindern” der gleichen Verfolgung ausgesetzt, wie alle Volljuden in Deutschland. Nur mit Mühe konnte sich die Familie verstecken und der NS-Verfolgung entziehen. Alfred Jankuhn schaffte dennoch nach dem II. Weltkrieg den Wiedereinstieg und etablierte erneut eine  Rechtsanwaltskanzlei in Berlin. Allerdings zeitigte die Traumatisierung durch die NS-Verfolgung verhängnisvolle Spätfolgen, welche zur Belastungen für seine ganze Familie wurden.

Ehepaar Walter Jankuhn + Junior

Last not least und völlig unterschiedlich die Biographie von: Kammersänger “Walter JANKUHN” mit Wohnsitz in Berlin-Schöneberg – wenn er denn mal zuhause war und nicht auf Tournee in Amerika, Europa oder der deutschen Provinz. Er musste schließlich 56 Jahre alt werden, bevor er kurz vor Kriegsende seinen Stammhalter ( Walter(chen) jun./ Rufname: “Schnappel”)  auf dieser Welt als “echten” Berliner Jungen begrußen durfte – nach zuvor zwei kinderlosen Partnerschaften. Seine endgültige aber jüngsten Ehefrau Karin (geb. Ahrens) “Tänzerin + Protestantin” (a. Hamburger Architekten-Haushalt) war natürlich eine Bühnen-Bekanntschaft (CARISE Ballett). Jedenfalls war die Freude groß, zumal das “Kriegsbaby” Walterchen (Jankuhn jun.)  -1944- auf den Tag genau” zum Geburtstag seiner Mutter zur Welt kam. Glücklicherweise war wenige Monate später auch der 2. Weltkrieg vorüber. Allerdings war Berichten zufolge das Babygeschrei des Geburtstags-Kindes “Walterchen” dauerhafter als der Bombenhagel über Berlin.

Der berufliche Werdegang von Kammersänger Walter JANKUHN begann ganz unspektakulär. Nach dem Schulbesuch in Braunsberg (Königsberg) und Berlin absolvierte “Walter Jankuhn” eine solide kaufmännische Lehre im Versicherungsfach. Parallel dazu absolvierte er in Berlin jahrelange “Musik und Gesangsstudien”, die er 1909 als Orchesterpianist abschloss. Nebenbei verdiente er sich sein erstes Geld in einschlägigen Berliner Lokalitäten, wo er auch als Sänger entdeckt und dann gezielt gefördert wurde. Schon 1910 erhielt “Walter Jankuhn” erste Engagements als Spieltenor in Berlin und Hamburg. Noch während des 1. Weltkrieges wurde er festes Mitglied als “Opern/ Operettentenor” im Ensembles des MELLINI Theater, Hannover mit ersten Hauptrollen. Der große Erfolg kam dann 1912 in Hamburg mit der Aufführung “Was kost Hamburg” und im gleichen Jahr mit der Uraufführung von Leo Fall’s “Lieber Augustin” in der Hauptrolle mit der damals schon bekannten Wiener Soubrette “Fritzi Massary” bei Monti in Berlin (Theater am Schiffbauerdamm >).

Nach dem 1. Weltkrieg zu Zeiten der Weimarer Republik erfolgte die Fortzetzung der Karriere als Tenor bei verschiedenen deutschen Opernhäusern von Hamburg und Berlin, bis Wien und USA/Südamerika – auch englischsprachig, sowie in Europa (bis nach Paris). Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete “Walter Jankuhn”  dann fast nur noch in BERLIN – seiner Wahlheimat.

Hauptwohnsitz des Künstlers Walter Jankuhn blieb jedenfalls immer Berlin, wo die Theaterwelt zuhause war. Das Youtube Video aus den 20ern vermittelt exemplarisch einige Eindrücke aus dem Berlin von damals :

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *