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Henny Porten / Walter Jankuhn – Stummfilm LOTTE

Berlin-Babelsberg/Weißensee war bereits nach dem 1. Weltkreig das Zentrum des Deutschen Stumm-Films (Universum/ UFA, Irbis,
DLG, Terra, Pan Film etc.) . Der Stumm-
film “LOTTE” 
hatte am 19.4.1928 im Mozartsaal/Berlin Premiere und war das erste Filmexperiment des Spiel-Tenors “Walter JANKUHN” – gleich mit einer Hauprolle! Die tragende Hauptrolle an seiner Seite spielte der damals berühmteste deutsche Stummfilmstar: “HENNY PORTEN”, die einzige Deutsche die es in diesem Genre zu Weltruhm brachte (wie der große “Jannings” behauptet hat).

Produzent und Regisseur war der nicht minder bekannte “Carl FRÖHLICH + Henny PORTEN” + Co. In weiteren Rollen konnte man die
Ausnahmeschauspielerin “Else WAGNER” (Burgtheater a. D.), Hermann VALLENTIN (als Burgkastellan Süßkind), und Lotte WERKMEISTER (als 2. Frau)  sehen. Drehbuch: “Fred Hillenbrandt + Werner Suppe”. Trotz des gerade aufkommenden Tonfilms, galt der Stummfilm noch bis weit in die 30er Jahre meist als künstlerisch “wertvoller” – einmal wegen der pantomimischen Fähigkeiten der Mimen (vergl. C. Chaplin) und der ausdrucksstarken “live” Musikbegleitung – die sich individuell je nach Kino-Ort formierte und sich ihren Applaus extra verdiente.

Die Presse berichtete über die Premiere im Mozartsaal: “Alsdann betritt Frau Porten, von ihrem Regisseur C. Fröhlich geleitet ihre Loge. Das Publikum huldigt der Künstlerin und sichert somit schon vor Beginn den Premierenerfolg  zu 75% ab. Henny Portens Fangemeinde ist treu!!

Die Story: LOTTE lebte mit ihren Eltern in einer Burgruine. Als der Burgherr Harald von Lindenberg einige Tage dort verweilt, beginnt eine Liebesromanze mit schwerwiegenden Folgen…

Einige Kritiker bemängelten Schwächen in der Story, weil ein altbekanntes Klischee bedient wurde. “Die Verbindung eines Mädchens niedrigen Standes mit einem Mann aus dem Adel. Also viel Rührseligkeit, idealisierte Liebesvorstellungen und tradierte Etikette. Dem “Börsen-Courier” z. B. war die Glaubwürdigkeit der Geschichte und dessen drama-turgische Aufbereitung nicht zwingend genug und selbst “Henny PORTEN” beeindruckte sie ebenso wenig, wie “Walter JANKUHN” als Harald von Lindenburg. Also ein bekanntes Muster – die Filme werden für das einfache Gemüt des Publikums gemacht – aber nicht für die Kritiker – sonst hätte den Film kaum jemand angeschaut. Der Erfolg beim Publikum und an der Kasse war dagegen prima und gab den Filme-Machern letztlich recht! Auch damals schon witterten zunehmend Geschäftemacher mit harten Dollars im Film das große Geschäft. Die LOTTE Film-Produktion war allerdings von Carl FRÖHLICH + Henny PORTEN eigenfinanziert! Zu erwähnen bleibt noch, das dieser Film das wohl einzige noch existierende Filmdokument mit dem Protagonist “Walter JANKUHN” ist.

Stummfilm LOTTE – Henny Porten + Walter Jankuhn (Mitte)

Bild unten > zeigt einmal die ganze Filmcrew einschl. dem Personal für Schnitt, Requisiten etc. – es macht deutlich wieviel Arbeit selbst für einem Stummfilm notwendig ist. Das Foto zeigt “HennyvPORTEN” mittig sitzend und links dahinter stehend “Walter JANKUHN”- zu ihr geneigt.

Das Film-Team zum Film Lotte (Henny Porten - mitte, vorn, weiss)

Filmcrew “LOTTE” mit Henny Porten + Walter Jankuhn

Graf v. Bothmer

Jankuhn /Fotocollage

Zu erwähnen bleibt noch, das der Film “LOTTE” als historisch wertvoll vom Filmmuseum Berlin restauriert wurde. Im Begleitprogramm zu den “Berliner Filmfestspielen 2006” wurde der 80-minütige Stummfilm “LOTTE” im
Kino   BABYLON Berlin, am 2.12. 2006/20 Uhr als Stummfilm-Konzert wieder aufgeführt – mit Live-Begleitung durch den Pianisten “Graf von Bothmer”, Piano. (Abb. links). Der Graf ist einer der Wenigen, der solche Filmkonzerte komponiert und arrangiert. Er ist in die Fußstapfen des letzten authentischen Filmpianisten der 20er/30er Jahre “Willy Sommerfeld” getreten, der inzwischen auch über 100-jährig verstorben ist. Die Moderation bei dieser Auffühung hat “Rudolf Jankuhn” ein Großneffe von Kammersänger “Walter JANKUHN” übernommen. Rudolf Jankuhn ist ein heute in Berlin lebender Kunstmaler der sich auch künstlerisch mit seinem namenhaften Verwandten auseinandergesetzt hat, wie die Portrait-Collage zeigt.
> (Abb. rechts).

Nachfolgendes Beispiel für die ebenso in Vergessenheit geratene Künstlerin Henny PORTEN, gilt exemplarisch für viele Künstler, wie auch Walter JANKUHN ihren Partner in dem Stumm-Film “LOTTE “. Siehe Youtube-Link einer Henny PORTEN Doku:

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